Trailer zu ”Assassination Nation”

Assassination Nation

Sex, Lügen und Instagram: Vier Highschool-Mädchen haben nicht nur mit der Doppelmoral in der Gesellschaft zu kämpfen, sondern auch mit einem entfesselten Mob. Doch sie wissen sich zu wehren
Der Ort Salem steht in den USA für die Hexenprozesse von 1692 und 1693, die als Ursprung für den Begriff „Hexenjagd“ gelten. Es dürfte also kein Zufall sein, dass die Kleinstadt in „Assassination Nation“ genauso heißt. Auch hier wird Jagd auf vorverurteilte Menschen gemacht. Was nicht heißt, dass diese unschuldig sind. Im Zentrum des exzessiven Geschehens stehen die Highschool-Freundinnen Lily, Bex, Sarah und Em. Ihr Leben stellen sie auf den üblichen Social-Media-Kanälen freizügig zur Schau, wobei stets die Frage bleibt, was wirklich echt ist. Geheimnisse haben sie alle vier. Wie eigentlich jeder in Salem. Als ein Hacker die intimen Vorlieben des Bürgermeisters enthüllt, ist das der Anfang einer Welle von Gewalt. Zu Beginn warnt Erzählerin Lily aus dem Off vor potenziell gefährdenden Inhalten: Sex, Transphobie, Rassismus, Waffengebrauch – um nur einige zu nennen. Immer wieder kommentiert sie die Rolle der (jungen) Frau und den ­Erwartungsdruck einer bigotten Gesellschaft, der auf ihr lastet. Gerade im Zusammenspiel mit den sozialen Medien und dem Verlust der Privatheit. Das Thema mag nicht allzu innovativ sein und die etwas sprunghafte Erzählung an eine Instagram-Story erinnern, dafür verpasst Levinson ihr bösen Witz und eine ordentliche Kick-Ass-Attitüde. Auch visuell überlässt er nichts dem Zufall. Jedes grelle Bild, jede überdrehte Montage wirkt bis ins Detail durchdacht. Das beiläufige Kubrick-Zitat ebenso wie die An­leihen an die „Sukeban“- und „Pink Violence“-Filme der Siebziger. Egal, ob die US-Flagge bedeutungsschwanger im Wind weht oder Lily sich aus dem Blut erhebt wie Phönix aus der Asche. Da verzeiht man auch die allzu präsente „The Purge“-­Inszenierung zum Ende hin.

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