Trailer zu ”Another Day of Life”

Another Day of Life

In dem Dokudrama will ein Journalist der Wahrheit des Krieges mit den Mitteln der Literatur näher kommen
Der vielfach preisgekrönte Reporter Ryszard Kapuscinski wurde 1999 in Polen zum Journalisten des Jahres gewählt, jedoch gab es immer wieder Zweifel an der Echtheit seiner Berichte. Aber ­darum geht es in „Another Day of Life“ leider nicht. Der Film basiert lose auf dem gleichnamigen Roman von 1976, in dem Kapuscinski seine Erfahrungen während des Bürgerkriegs in Angola verarbeitet hat. Der fesselnde Mix aus Animationen und realen, aktuell geführten Interviews mit damaligen Weggefährten erzählt die Story seiner dreimonatigen Reise durch den Staat im Südwesten Afrikas. 1975 verabschiedet sich Portugal als ­Kolonialmacht aus Angola, am Vorabend der Unabhängigkeit entbrennt ein blutiger Konflikt zwischen unterschiedlichen Befreiungsbewegungen. In diesen schalten sich auch die USA und die frühere UdSSR ein, weshalb die Auseinandersetzung phasenweise als Stellvertreterkrieg zwischen den beiden Großmächten gesehen wird. Kapuscinski ist als letzter Berichterstatter in dem von Chaos und Paranoia – kurz „Confusão“ – beherrschten Land unterwegs. Und auf einer persönlichen Mission. In beeindruckend animierten, teils ­surrealen Bildern erweckt der Film die Menschen wieder zum Leben und ver­mittelt den Schrecken und die Absurdität des vergessenen Krieges. Zugleich stellt er die immerwährende Frage, inwieweit unabhängige Berichterstattung in manchen Situationen möglich ist.

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