Trailer zu ”Ein verborgenes Leben”

Ein verborgenes Leben

Ein österreichischer Bauer kämpft während des Zweiten Weltkriegs für seine Überzeugung. Von Terrence Malick („The Tree of Life“)
Eine Geschichte, die vom Widerstand gegen ein Unrechtsregime handelt, ist immer von Relevanz. Und dennoch ist man versucht zu betonen, dass Terrence Malicks neuer Film gerade jetzt zur richtigen Zeit kommt. In „Ein verborgenes Leben“ spielt August Diehl den österreichischen Bauern Franz Jägerstätter, der mit seiner Frau Fani (Valerie Pachner) und ihren drei Töchtern ein einfaches, aber glückliches Leben in dem kleinen Bergdorf Radegund führt. Dann übernehmen die Nationalsozialisten die Macht in Österreich. Der tiefreligiöse Franz weigert sich, sie zu unterstützen, was ihn in seinem Dorf zum Außenseiter macht. 1943 wird er schließlich eingezogen. Doch er weigert sich, an der Waffe zu kämpfen – und den Eid auf Adolf Hitler zu schwören. Daraufhin wird Franz wegen Wehrkraftzersetzung inhaftiert. Seine Premiere feierte „Ein verborgenes Leben“ 2019 bei den Filmfestspielen von Cannes, gedreht hat Malick das fast ­drei­stündige Epos bereits 2016. Wenige Monate bevor Donald Trump zum 45. US-Präsidenten gewählt wurde und als sich radikale Rechte wieder im Parteienspektrum vieler europäi­scher Länder etabliert hatten. Das zum politischen Zeitfaktor. Der neunte Film des US-Amerikaners über das wahre Leben und Sterben des von August Diehl intensiv verkörperten Franz Jägerstätter ist das beeindruckende Porträt eines stillen Widerstandskämpfers. Und ein poetisches Plädoyer für den Glauben an das Richtige. Gemeinsam mit Kameramann Jörg Widmer („Pina“) kleidet Malick das Weltkriegsdrama in elegische Naturaufnahmen von betörender Schönheit wie urgewaltiger Bedrohung. Allerdings verliert sich der Film phasenweise zwischen grandiosen Bildern und Off-Kommentar und lässt dabei ein wenig erzählerische Tiefe vermissen.

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